Beschichtung von Industrieböden – warum ist das wichtig?

Industrieböden sind sehr hohen Belastungen ausgesetzt, wobei hier mechanische ebenso wie chemische Belastungen zu berücksichtigen sind. Je nach Flächennutzung stehen auch Aspekte wie Rutschsicherheit, Temperaturbeständigkeit oder elektrische Ableitfähigkeit im Fokus. Hinzu kommen Anforderungen an die Bodenstruktur im Industriebereich.

Mit einer Bodenbeschichtung erhalten Industrieböden die je nach Einsatzbereich erforderliche Widerstandsfähigkeit. Dementsprechend gibt es verschiedene Bodenbeschichtungssysteme und Vorbehandlungen als ersten Schritt der Beschichtung.

Auf einen Blick – Industriebodenbeschichtung ist notwendig, weil:

  • Nutzung der Bodenflächen dies erfordert, z.B. aufgrund starker Belastung durch Fahrzeuge
  • keine Risse oder Fugen im Boden vorhanden sein dürfen
  • Böden leicht zu reinigen/leicht zu reparieren sein müssen

Beispiele für Belastungen der Böden im Industriebereich

Industrieböden können sowohl durch mechanische als auch chemische Einflüsse belastet werden. In einem Chemieunternehmen gibt es bspw. andere Bodenbelastungen als in einem Metallbetrieb. Hinzukommt, dass die Bodenbeschichtung meistens mehrere Funktionen gleichzeitig erfüllen muss, z.B. hinsichtlich Temperaturbeständigkeit, Ableitfähigkeit und Reinigungsfähigkeit.

Merkmale mechanischer Beanspruchung von Industrieböden

Auf die Böden im Industriebereich wirken punktförmige und flächige Lasten, z.B. in Form von Regallagern, Containern, Lagergütern oder Gabelstaplern. Infolgedessen entstehen Rollverschleiß, Schleifverschleiß und Stoßverschleiß.

Merkmale chemischer Beanspruchung von Industrieböden

LAU-Anlagen (Anlagen zum Lagern, Abfüllen und Umschlagen wassergefährdender Stoffe) sowie Anlagen, die wassergefährdende Stoffe verwenden, müssen so beschaffen sein, dass eine Verunreinigung von Gewässern ausgeschlossen wird. Rechtliche Grundlage dafür bildet das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) § 62 / 63.

Vor der Bodenbeschichtung steht die Untergrundprüfung an

Bevor ein Industrieboden beschichtet werden kann, muss zuerst der Untergrund geprüft werden. Jeder Untergrund hat spezielle Eigenschaften und stellt damit wiederum spezielle Anforderungen an die Versiegelung.

Die Prüfung der Untergründe liefert Aufschluss über:

 

  • Eignung für die Beschichtung, um Folgeschäden zu verhindern
  • erforderliche Vorbereitung des Bodens für die Beschichtung
  • passenden Beschichtungsstoff

 

Nur wenn die Beschichtung und deren Vorarbeiten auf die jeweilige Untergrundbeschaffenheit abgestimmt sind, erhalten Sie für Ihre Industriefußböden eine dauerhafte, zu den Anforderungen passende Versiegelung.

Industrieböden reinigen und aufrauen

Untergrundvorbereitungen betreffen die Reinigung des Bodens und das Aufrauen. Wie intensiv und mit welchen Maßnahmen die Reinigung erfolgen muss, ist nicht nur vom Verschmutzungsgrad, sondern auch von der Bodenstruktur abhängig. Liegen tiefgehende Verschmutzungen vor, ist ggf. der Einsatz von Dampfstrahlgeräten erforderlich. Altanstriche müssen vor der neuen Beschichtung entfernt werden.

Anrauen ist auf glatten Industrieböden erforderlich, da ansonsten der Beschichtung die notwendige „Verankerung“ mit der Oberfläche fehlt. Neben dem Anschleifen ist auch ein Anrauen durch Auftragen einer wässrigen Lösung möglich (auf Zitronensäure-Basis), allerdings nur auf Beton- und Zementestrichböden.

Welche Bodenbeschichtungssysteme kommen in der Industrie zum Einsatz?

Es gibt nicht die eine Beschichtung für Industrieböden, da jede Branche unterschiedliche Anforderungen mit sich bringt. So sind bspw. folgende Beschichtungen möglich:

  • PU-Beton
  • WHG-Beschichtungen
  • Epoxidharz

Außerdem muss die Beschichtung zum Untergrund passen (z.B. Zementestrich, Beton, Guss-Asphalt).

Beschichtung mit Epoxidharz

Epoxidharz (kurz: EP) gehört zu den am häufigsten verwendeten Beschichtungen für Industrieböden. Es handelt sich dabei um Kunstharz, das sich durch hohe Verschleißfestigkeit und extreme Belastbarkeit auszeichnet.

Weitere Merkmale der Beschichtung mit Epoxidharz:

  • kurze Aushärtzeit
  • wirkt rutschhemmend und trittsicher
  • fugenlos und glatt
  • wasser- und chemikalienbeständig
  • einfache hygienische Reinigung
  • verschiedene Farben sind möglich

Industriebodenbeschichtung vom Fachmann

Da der Industrieboden die Grundlage für die Ausübung des Gewerbes bildet, muss er auch entsprechend geschützt werden, um kostenintensive Behinderungen der Betriebsabläufe oder gar einen kompletten Stillstand zu verhindern. Umso wichtiger ist es, die Bodenbeschichtung einem Profi wie Bräuer Oberflächentechnik zu überlassen. Unser Fachbetrieb findet für jeden Industrieboden die richtige Lösung – mit Sicherheit auch für Ihren! Kontaktieren Sie uns.

Häufige Fragen zur Beschichtung von Industrieböden

Bei geringer bis mittlerer Belastung sind durchaus bis zu 20 Jahre möglich, bei sehr starker Belastung treten oft schon nach 5 bis 8 Jahren Abnutzungen auf, die eine Erneuerung erforderlich machen können. Die Lebensdauer der Beschichtung hängt von der Art des Beschichtungssystems, der Beanspruchung des Bodens und der fachgerechten Verarbeitung ab. Auch die Qualität der Untergrundvorbereitung spielt eine entscheidende Rolle.
Hierfür kommen häufig Epoxidharz- oder PU-Beton-Systeme zum Einsatz. Epoxidharz zeichnet sich durch eine hohe Verschleiß- und Druckfestigkeit aus. PU-Beton kann je nach System zusätzlich hohe Anforderungen an Temperatur- und Chemikalienbeständigkeit erfüllen. Welche Lösung geeignet ist, muss anhand der konkreten Belastung ausgewählt werden.
Für chemisch belastete Industrieböden werden in der Regel Epoxidharz- oder PU-Beton-Beschichtungen eingesetzt. Entscheidend ist jedoch, mit welchen Stoffen der Boden tatsächlich in Kontakt kommt. Säuren, Laugen, Öle oder andere Chemikalien stellen unterschiedliche Anforderungen an die Beschichtung. Deshalb ist vorab immer eine Prüfung der chemischen Beständigkeit des jeweiligen Beschichtungssystems erforderlich.
Das ist an die Voraussetzung geknüpft, dass der Untergrund ausreichend tragfähig und für das gewählte Beschichtungssystem geeignet ist. Vorhandene Verschmutzungen, Feuchtigkeit, Altbeschichtungen, Risse oder lose Bereiche müssen deshalb vor der Beschichtung überprüft und gegebenenfalls beseitigt bzw. instandgesetzt werden.
Das hängt vom verwendeten Beschichtungssystem, der Schichtdicke sowie von der Temperatur und den Umgebungsbedingungen während der Aushärtung ab. Teilweise sind die Flächen schon nach einigen Stunden begehbar, aber für die übliche Belastung im Arbeitsalltag noch nicht fest genug. Die vollständige chemische Aushärtung dauert bei den meisten Beschichtungen bis zu einer Woche. Maßgeblich sind immer die Herstellerangaben des jeweils eingesetzten Systems.
Bei den meisten Bodenbeschichtungen ist das möglich, es muss jedoch zunächst geprüft werden, wie fest die Altbeschichtung mit dem Untergrund verbunden ist und ob sie mit dem neuen Beschichtungssystem kompatibel ist. Nicht ausreichend haftende oder beschädigte Beschichtungen müssen vor dem Neuaufbau entfernt werden.
Risse müssen zunächst hinsichtlich ihrer Ursache und Bewegung beurteilt und fachgerecht behandelt werden. Je nach Situation können anschließend spezielle rissüberbrückende Beschichtungssysteme eingesetzt werden. Bei konstruktiven oder weiterhin arbeitenden Rissen sind gegebenenfalls zusätzliche Sanierungsmaßnahmen erforderlich.
WHG-konforme Beschichtungssysteme kommen insbesondere bei Flächen in Anlagen zum Lagern, Abfüllen und Umschlagen wassergefährdender Stoffe (LAU-Anlagen) zum Einsatz. Nach § 62 Wasserhaushaltsgesetz müssen entsprechende Anlagen so ausgeführt und betrieben werden, dass eine nachteilige Veränderung von Gewässern verhindert wird. Wird eine Beschichtung als Abdichtung solcher Flächen eingesetzt, muss das gewählte System die entsprechenden wasserrechtlichen Anforderungen erfüllen. Das DIBt führt hierfür zugelassene bzw. genehmigte Beschichtungs- und Abdichtungssysteme.

Bildnachweis

© Rassarin – stock.adobe.com

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